Ein wesentlicher Führer über Wahrheiten und Mythen von Chemischen Waffen

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Ein wesentlicher Führer über Wahrheiten und Mythen von Chemischen Waffen
3245947 11/29/2017 Soldiers during a chemical protection training at the guided missile brigade in the Southern Military District. Vitaliy Timkiv/Sputnik via AP

Die chemische Kriegsführung ist ein sehr widerliches Geschäft, aber es wird auch weithin missverstanden. Deswegen haben wir einen Experten hinzugezogen, damit er uns die Grundlage erklärt.

Übersetzt für Fire.gr, Fotini Louvrou

VON LUKE J. O’BRIEN, 25 OKTOBER 2018

Wenn der durchschnittliche Mensch auf der Straße gefragt würde, über chemische Waffen zu erzählen, würde man wahrscheinlich viel mehr von Legenden hören, die aus der Populärkultur stammen, als irgendetwas, das einer Tatsache entspricht. Für die meisten Leute stammen die einzigen Informationen, die sie über chemische Waffen haben, entweder aus Filmen wie The Rock, Episoden von 24 oder trashigen Spionage-Thrillern. Schlimmer noch, da dieses Hintergrundwissen so gering ist, können selbst diejenigen, die auch nur ein Grundverständnis haben, oft als glaubwürdig angesehen werden, auch wenn sie unglaublich irreführende Informationen mitteilen.

Davon dürfte ich wissen. Bevor ich im Bereich der Massenvernichtungswaffen (englisch weapon of mass destruction, WMD) zu arbeiten begann, war ich kaum besser. Als ich zum ersten Mal als Artillerieoffizier zur US-Armee kam, bestand meine ganze Ausbildung über die chemische Verteidigung aus einer kurzen Anleitung als Kadett in Fort Lewis. Diese sehr eingeschränkte Anleitung bestätigte die Tatsache, dass Chemikalienschutzanzüge eher schrecklich zu tragen sind, mehr als wirkliches Funktionswissen über chemische Stoffe und deren Wirkung zu vermitteln.

Seitdem ich im Bereich der WMD tätig bin, habe ich das Glück, in den Lawrence Livermore National Labs, im Edgewood-Gebiet des Aberdeen Proving Ground und in mehreren Ausbildungskursen im ganzen Land viel über chemische Waffen erfahren zu haben. Ich hatte auch die Ehre, als „Graduate Fellow“ der Universität der Nationalverteidigung zur Bekämpfung von Massenvernichtungswaffen (english National Defense University Countering Weapons of Mass Destruction) ausgewählt zu werden, wo ich zwei Jahre lang die Besonderheiten von Massenvernichtungswaffen auf technischer und politischer Ebene studieren konnte. Aus diesem Grund hatte ich die Chance mit einigen der glänzendsten Männer und Frauen aus Wissenschaft, Regierung und Militär zusammenzuarbeiten.

Was ich hier zu widerlegen hoffe, sind einige Mythen, die sich beharrlich halten, wenn chemische Waffen in unserem nationalen Diskurs erwähnt werden. Ich muss auch anmerken, dass ich zurzeit ein Militär-Reservist bin. Als solcher, ist es notwendig klarzustellen, dass es um meine eigenen Ansichten geht und dass sie nicht die Ansichten der US-Armee, des Verteidigungsministeriums oder der US-Regierung widerspiegeln.

Die Grundlagen der chemischen Waffen

Wenn man mit den Mythen über chemische Waffen aufräumen will, könnte es hilfreich sein, etwas von den Grundlagen des Themas zu verstehen. Zunächst muss man verstehen, dass die chemischen Kampfstoffe in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Je nach ihrer Persistenz und je nach ihrem Wirkungsmechanismus.

Die Persistenz, wie der Name schon sagt, bezeichnet wie lange sie in der Umwelt verbleiben. Typischerweise lassen sich Kampstoffe unter persistenten und nicht persistenten Stoffen einordnen. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass es keine harte Linie gibt, um die beiden Kategorien zu unterscheiden. Es ist eher ein Spektrum. Je länger ein Kampfstoff in der Umwelt verbleibt, desto höher ist seine Persistenz. Je schneller sich ein Kampfstoff abbaut, desto geringer ist seine Persistenz.

Die chemischen Waffen lassen sich auch nach ihrer Auswirkung auf den menschlichen Körper einordnen.

Es gibt vier Hauptkampfstoffklassen: Lungenkampfstoffe, Blutkampfstoffe, Hautkampfstoffe und Nervenkampfstoffe.

1) Lungenkampfstoffe: Diese waren die ersten chemischen Waffen, die im Kampffeld eingesetzt wurden. Manchmal auch als „Atemgifte“ bezeichnet, diese Waffen führen entweder zum Tod oder zur Handlungsunfähigkeit, indem sie die Lungenschleimhautschicht zerstören und so die Lungen dazu bringen, sich mit Flüssigkeit zu füllen und keinen Sauerstoff mehr aufzunehmen zu können. Unter den Lungenkampfstoffen fallen Chlor, Phosgen und Chlorpikrin. Die Lungenkampfstoffe sind fast alle nicht persistente Stoffe und verschwinden nach der Freisetzung sehr schnell.

2) Blutkampfstoffe: Diese Stoffe töten, indem sie das Blut hindern, Sauerstoff aufzunehmen. Denken Sie an die Grundlage der Anatomie. Das Blut zirkuliert durch die Lungen, wo es Kohlendioxid für das Ausatmen des Körpers abgibt und Sauerstoff aufnimmt und damit den ganzen Körper versorgt. Obwohl die Atemgifte die Aufnahme dieses Sauerstoffes vom Blut durch die Zerstörung der Lungenschleimhautschicht hindern, beeinflussen die Blutkampfstoffe wiederum die roten Blutkörperchen, indem sie sie hindern, Sauerstoff aufzunehmen. Der häufigste (und bekannteste) Stoff ist Cyanwasserstoff. Die Blutkampfstoffe sind auch äußerst nicht persistente Stoffe. Wenn dieser Mangel an Persistenz mit den relativ hohen Konzentrationen kombiniert sind, die erforderlich sind, um Verluste zu verursachen, versteht man warum die

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Ein Pyrotechniker der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsabfällen bereitet im Jahr 2013 eine Munition für eine Röntgenuntersuchung in einer Anlage in Deutschland vor.

3) Hautkampfstoffe: Diese sind anders als „blister agents“ bekannt und verursachen schwere Verätzungen auf ausgesetzter Haut. Der bekannteste Hautkampfstoff ist Senfgas (englisch: Sulfur Mustard oder Mustard Gas), anders in der Populärkultur als „Giftgas” bekannt (die Bezeichnung ist irreführend – Senfgas ist eigentlich eine Flüssigkeit), aber es gibt auch andere Hautkampfstoffe wie Lewisit.

Es ist zu bemerken, dass der Prozentsatz der Opfer, die zum Tod geführt werden, wesentlich klein ist, etwa drei Prozent, obwohl die Hautkampfstoffe tödlich sein können. Der Tod wird typischerweise durch Sekundärinfektionen erzeugt, die durch die Verätzungen verursacht werden. Darüber hinaus treten möglicherweise Symptome einer Senfgas-Exposition erst nach mehreren Stunden auf, wenn die Opfer eventuell ihren Ort der Exposition verlassen haben, wie eine Gruppe von BBC-Reportern während des iranisch-irakischen Krieges entdeckte. Je nach ihrem Kontaminationsgrad können sie sogar andere kontaminieren. Dies kann dazu führen, dass die Opfer mit kontaminierter Kleidung andere Personen und Orte kontaminieren. Zum Beispiel wurden damals Fälle von Iranern gemeldet, die als Opfer von chemischen Angriffen das medizinische Personal in den näheren Krankenhäusern kontaminiert hatten.

Im Gegensatz zu den Lungenkampfstoffen und den Blutkampfstoffen sind die Hautkampfstoffe persistente Stoffe, wobei das Senfgas manchmal Tage bis Wochen braucht, um sich abzubauen. Somit wurden die Hautkampfstoffe historisch fast wie Minenfelder verwendet. Solange wichtige Versorgungsrouten, Kreuzungen oder bestimmende Ausrüstungsgegenstände kontaminiert werden, kann man deren Einsatz beeinträchtigen. Das bedeutet, dass Verstärkungstruppen, die an die Front gehen, Opfer werden können, wenn sie sich auf kontaminierten Straßen bewegen. Wenn man Artilleriepositionen kontaminiert, ist es notwendig, dass die Truppen entweder sich die Zeit dafür nehmen, um sich zu dekontaminieren, oder mit Chemikalienschutzanzügen arbeiten, was sie macht, sich langsamer zu bewegen. Das ist etwas, was die Iraker während des iranisch-irakischen Krieges verwandten und damit eine kaiserlich-deutsche Taktik vom ‘Unternehmen Michael‘ (englisch Michael-Offensive) von 1918 während des Ersten Weltkriegs widerspiegelten.

4) Nervenkampfstoffe: Diese sind die tödlichsten chemischen Waffen, die zurzeit existieren. Sie beeinträchtigen die Fähigkeit des Körpers, seine eigenen Muskeln zu kontrollieren. Um den Vorgang etwas vereinfacht zu beschreiben, muss man sich vorstellen, dass man die eigene Hand zur Faust ballen will. Der Körper verwendet eine Chemikalie namens Acetylcholin, um die Muskeln anzuweisen, sich zusammenzuziehen. Wenn man wieder die Hand entspannen will, setzt der Körper ein Enzym namens Acetylcholinesterase frei, das sich an das Acetylcholin bindet und es inaktiviert, wodurch sich der Muskel entspannen kann. Die Nervenkampfstoffe zielen auf die Acetylcholinesterase ab, binden sich an sie und machen sie unbrauchbar.

Würde man einer ausreichenden Menge von Nervenkampfstoffen ausgesetzt, würde man es schwer finden, die Faust zu entspannen. Aber noch wichtiger ist, dass die Fähigkeit des Körpers, Luft in und aus den Lungen zu pumpen, beeinträchtigt wird, ebenso wie der Herzschlag. Das ist auch der Grund, warum eins der Anzeichen für die Exposition gegenüber Nervenkampfstoffen die punktgenauen Pupillen sind, was unabhängig von der Menge des Umgebungslichts ist. Die Muskeln, die die Iris des Auges kontrollieren, werden befohlen, sich vollständig zu verengen.

Es gibt zwei Hauptkategorien von Nervenkampfstoffen: Reihe G und Reihe V. Zu den Stoffen der Reihe G („G“ kommt aus „German“, da diese Klasse von Chemikalien von den Naziwissenschaftlern entwickelt wurde) zählen Tabun, Sarin, Soman und Cyclosarin. Zu den Stoffen der Reihe V („V“ kommt aus „Venomous“, deutsch giftig) zählt auffallend VX.

Die Kampfstoffe der Reihe G erscheinen als nicht persistente Stoffe (obwohl die Persistenz variiert – mehr davon später) und die Kampfstoffe der Reihe V erscheinen als sehr persistente Stoffe. Als solche, werden die Kampfstoffe der Reihe G eher gegen militärische Ziele eingesetzt, die nach einem Angriff relativ schnell eingenommen werden müssen (stellen Sie sich einen Angriff auf einen verteidigten Hang, eine Grabenlinie, einen Bunkerkomplex vor), während die Kampfstoffe der Reihe V gegen eher operationale Ziele eingesetzt werden (wie Flugplätze, Häfen, Versorgungsrouten, große Versorgungsdepots).

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Eine Übung zur chemischen Kriegsführung im Iran, gesehen durch eine Gasmaske. December 19, 2008.

Nochmals, wie Senfgas, ist keiner von diesen Stoffen ein „Gas“, da sie Flüssigkeiten sind. Wenn man allerdings seinen örtlichen Chemiebeamten ärgern möchte, sollte man die Bezeichnung von „Nervengas“ in seiner Anwesenheit verwenden. Zumindest wird man sie zum Zucken bringen.

Also, diese sind die allgemeinen Details, die man wissen muss, um zu verstehen, worüber wir als nächstes sprechen werden. Hier sind ein paar Mythen, die immer noch wiederholt werden, oft von Leuten, die es besser wissen sollten.

Die Definitionen sind wichtig:  Nicht jede unangenehme Waffe ist eine chemische Waffe

Wenn man die Nachrichten sieht, wird man viele Leute hören, die behaupten, dass chemische Waffen eingesetzt wurden, sei es der Einsatz von Tränengas bei einer Reihe von Protesten im Inland in den Vereinigten Staaten bis hin zum Einsatz im Kampffeld von Obskur-Stoffen, Granaten, die Rauchwolken erzeugen, die verhindern, dass der Feind mit bloßem Auge oder mit thermischer Sicht sehen kann. Aber sind sie eigentlich chemische Waffen?

Die kurze Antwort? Nein. Die lange Antwort? Neeeein! Hier ist der Grund dafür.

Das Tränengas lässt sich nach dem Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ)[1] als „Mittel zur Bekämpfung von Unruhen“ gelten. Ein Mittel zur Bekämpfung von Unruhen bedeutet “jede nicht in einer der Listen genannte Chemikalie, die beim Menschen spontan sensorische Irritationen oder handlungsunfähig machende Wirkungen hervorrufen kann, welche innerhalb kurzer Zeit nach Beendigung der Exposition verschwinden”. Es ist den Staaten verboten, sie im Kampffeld einzusetzen. Jedoch sind sie für innenpolizeiliche Zwecke zulässig. Unangenehm oder nicht, zählt die Gruppenkontrolle zu der legitimen Verantwortung der Regierung. Jedoch sieht es seltsam aus, ein für innenpolizeiliche Zwecke erlaubter Kampfstoff im Kampffeld verboten zu sein. Warum ist das so?

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Die türkische Polizei setzt Tränengas während Demonstrationen in Istanbul im Jahr 2013 ein.

Einfach. Während des ersten Weltkrieges wurden die Mittel zur Bekämpfung von Unruhen bei „Maskenbrecher-Angriffen“ benutzt, die die Wirksamkeit chemischer Waffen intensivieren sollten. Die Kombattanten vermischten die Mittel zur Bekämpfung von Unruhen mit tödlichen chemischen Kampfstoffen, mit der Absicht, dass die Opfer ihre Lungen voll vom Mittel zur Bekämpfung von Unruhen bekamen und dann gezwungen waren, ihre Masken wegen Hustens oder Erbrechens aufzuziehen. So wurden die Opfer der tödlichen Wirkung anderer chemischen Kampfstoffe ausgesetzt, die sie dann einatmen würden. Möglicherweise hat Saddam Hussein dasselbe während des iranisch-irakischen Krieges getan. Er benutzte Mittel zur Bekämpfung von Unruhen gegen die Iraner, aber es ist nicht klar, ob er dabei tödliche chemische Kampfstoffe eingemischt hat.

Der weiße Phosphor hingegen soll weder als ein tödliches Mittel noch als ein Mittel zur Bekämpfung von Unruhen wirken. Er soll vorwiegend die freundlichen Truppen vor feindlicher Beobachtung schützen und noch eine sekundäre Brandwirkung haben (die nach der Konvention über bestimmte konventionelle Waffen[2] eigentlich nicht verboten ist). Obwohl die Vorstellung, bei einem Brandanschlag getötet zu werden, unangenehm ist, unterscheidet sie sich von der eines chemischen Angriffs. Mehr dazu, wenn wir zum Mythos #4 kommen.

Der Mythus von „Kitchen Sarin“

Die häufigste Beschreibung von Nervenkampfstoffen ist, dass sie in der Atmosphäre farblos, geruchlos und unsichtbar sind. Dies gilt für Sarin, obwohl andere Stoffe in derselben Familie wie Sarin einen verräterischen Geruch haben (Tabun riecht ein wenig nach Obst und Soman riecht nach Mottenkugeln). Dies ist jedoch nur der Fall, wenn die chemischen Kampfstoffe sowohl rein als auch für sich allein sind.

Sarin selbst wird möglicherweise nicht als ein reiner Stoff hergestellt. Reine Nervenkampstoffe könnten theoretisch jahrzehntelang eingelagert werden, aber je mehr Verunreinigungen, desto kürzer die Haltbarkeit. Zum Beispiel produzierten die Iraker während des iranisch-irakischen Krieges Nervenkampfstoffe so günstig wie möglich, aber mit einem hohen Grad an Verunreinigung. Das führte dazu, dass Nervenkampfstoffe, die an der Front eingesetzt wurden, von der Produktionsstätte in die Schusslinie sofort gebracht werden mussten.

Diese Verunreinigungen waren auffällig. Auf dem Kampffeld erschienen sie entweder als eine schmutzig-weiße Wolke oder mit einem gelblich-braunen Farbton. Diese Verunreinigungen hatten keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Stoffes. Sie ermöglichten es der irakischen Republikanischen Garde, wichtige Kämpfe während des iranischen-irakischen Krieges zu gewinnen, einschließlich der Rückeroberung der strategisch wichtigen Majnoon-Inseln auf der al-Faw-Halbinsel.

Ein weiteres Beispiel, wenn auch von einem nichtstaatlichen Akteur, war der erste Sarin-Angriff der japanischen religiösen Sekte Aum Shinrkyo. Vor ihrem Angriff auf die Tokioter U-Bahn griff Aum auch auf die kleine Stadt Matsumoto nördlich von Tokio an, als Rache für den Verklag der lokalen Führer gegen die Sekte wegen eines betrügerischen Landhandels. Wegen Verunreinigungen im Sarin war die sich daraus ergebende Wolke ähnlich wie ein Nebel, vergleichbar mit dem irakischen Stoff, der auf den Majnoon-Inseln eingesetzt wurde. Darüber hinaus war Aums Produktion von einer Größenordnung, ähnlich wie eines staatlichen Akteurs, mit einer großen und komplexen Produktionsanlage zur Herstellung von Sarin. Dies war vielleicht ein Nebenprodukt der Einzigartigkeit von Aum angesichts der großen Anzahl von Spezialingenieuren, die den Kult ihr Haus nannten.

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Das Foto vom September 1998 zeigt die Satyam 7-Anlage im Komplex der AUM-Shinrikyo-Sekte in Kamikuishiki, westlich von Tokio. Die Sekte stellte eine Massenproduktion von Sarin-Nervengas in der Anlage her

Kurz gesagt, dieses Argument scheint auf der Annahme aufgebaut zu sein, dass ein Staat einen chemischen Kampfstoff in seiner reinen Form produzieren muss und, dass umgekehrt ein unreiner chemischer Kampfstoff auf einen nichtstaatlichen Akteur verweisen muss. Nach der irakischen Erfahrung werden Staaten, die sich im Krieg befinden und unter Druck stehen, oft die Kosten für die Herstellung reiner Kampfstoffe überspringen und sie nach einem „bedarfsgerechten“ Ansatz produzieren. Je nach Kampfstoff sind einige Staaten nicht einmal so wählerisch: Das ägyptische Chemiewaffenprogramm in den 60er Jahren erhielt seine erste Senfgas-Charge durch das Aufbrechen von Artilleriegranaten, die das britische Militär am Ende des Ersten Weltkrieges in Ägypten zurückgelassen hatte.

Sogar die Vereinigten Staaten wurden damit Opfer. Als die Armee sich in den späten 50er Jahren beeilte, ihre M55-Sarin-Raketen herzustellen, um einem wahrgenommenen sowjetischen Vorteil bei chemischen Waffen entgegenzuwirken, recycelte sie Sarin aus anderer Munition, was zur Einführung chemischer Verunreinigungen führte. Diese Verunreinigungen führten schließlich dazu, dass die Raketen undicht und unbrauchbar wurden und im Meer entledigt werden mussten. Die Umweltregeln waren damals weitaus nachsichtiger.

Kurz gesagt, es gibt einen großen Abstand zwischen dem Kampffeld und dem Labor. Obwohl die Vorstellung, dass ein verrücktes Genie in seiner Küche chemische Waffen zusammenmischt, erschreckend ist, sind die praktischen Einschränkungen tatsächlich viel wichtiger, als die meisten denken. Und während Regierungen nach Extremisten, die in der Lage sind, chemische Kampfstoffe herzustellen, Ausschau halten müssen, gibt es einen Grund, warum die meisten Angriffe mit chemischen Waffen von staatlichen Akteuren ausgingen.

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Retter mit Gasmasken nehmen am 3. Oktober 2018 an einer landesweiten Übung des russischen zuständigen Ministeriums für Notfallschutz (englisch Russian Emergency Situations Ministry) teil in Petropawlowsk-Kamchtsky, Russland.

Ironischerweise werden die Verunreinigungen, die mit chemischen Kampfstoffen in Syrien zu tun haben, oft als angeblicher Beweis dafür verwendet, dass der Kampfstoff von den Rebellen und nicht vom syrischen Regime hergestellt worden sein muss. Natürlich zeigt diese Analyse der eigenen Erklärungen der syrischen Regierung gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (englisch Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons, OPCW), dass ihre Produktionsmethode wahrscheinlich nur zu einem Kampfstoff geführt hat, der bestenfalls zu etwa 60% rein war, was der irakischen Produktionsqualität der 80er Jahre gleichkommt. Wenn ein fortgeschrittes staatliches Programm Schwierigkeiten hatte, über 60 % zu kommen, was meinen Sie über die Chancen einer extremistischen Gruppe?

Das Fehlen geeigneter Schutzausrüstung weist auf eine falsche Flagge hin

Wenn Verteidiger des Assad-Regimes die Aufmerksamkeit von einem chemischen Angriff ablenken wollen, wird es häufig behauptet, dass das Assad-Regime nicht für Angriffe mit chemischen Waffen verantwortlich sei, weil die Ersthelfer nicht die Art von Schutzausrüstung trugen, die US-Ersthelfer tragen würden, wenn sie einer ähnlichen Bedrohung ausgesetzt wären. „Wenn sie keinen vollständigen Chemikalienschutzanzug und keine Maske trugen, wieso starben sie dann nicht sofort nach ihrer Ankunft?“ Einfach: Persistenz.

Man muss daran denken, dass die nicht persistenten Kampfstoffe schnell verdunsten und dass sie verwendet werden, wenn man nach einem chemischen Angriff schnell in einen Bereich umziehen muss. Wenn man einen nicht persistenten Kampfstoff wie Sarin verwendet, verdunstet der Kampfstoff in weniger als einer halben Stunde in der Umwelt. Zum Beispiel benutzte die irakische Armee während des iranischen-irakischen Krieges auf diese Weise nicht persistente Nervenkampfstoffe, um die Majnoon-Inseln zu erobern, und tötete damit Hunderte von iranischen Truppen. Der Kampfstoff löste sich schnell genug auf, um es den irakischen Truppen zu ermöglichen, hereinzustürmen und das Ziel zu erobern.

Es war diese schnelle Verschwendung, die die Aufmerksamkeit der US-Militär in den 50er Jahren auf Sarin angezogen hatte, wenn die Wissenschaftler von Edgewood Arsenal argumentierten, dass die Unbeständigkeit dieses speziellen Kampfstoffes so groß sei, dass er sich schnell in die Umgebung ausbreiten würde (mit Auswirkungen auf die maximale Anzahl von Zielen, bevor sie die Möglichkeit hatten, die Schutzausrüstung anzuziehen) und dann genauso schnell verschwinden würde. Soman, ein viel gefährlicherer Nervenkampfstoff, wurde teilweise ausdrücklich abgelehnt, weil er zu langsam verdunstet.

Was hat das mit diesem speziellen Mythos zu tun? Wenn man in ein Gebiet umzieht, das von nicht persistenten Kampfstoffen wie Sarin oder Chlor angegriffen wurde, benötigt man vollständige Schutzanzüge, nur wenn man damit rechnet, Tropfen oder Flüssigkeitslachen ausgesetzt zu werden. Das gilt höchstwahrscheinlich während eines Angriffs und gleich danach, wenn der Kampfstoff von seiner Munition versprüht wird. Solange man keine Pfützen des Kampfstoffes berührt, stellt Sarin hauptsächlich ein Inhalationsrisiko dar. Selbst dann ist eine viel größere Menge des Kampfstoffes auf der Haut erforderlich, um tödliche Wirkungen zu erzielen.

Tatsächlich wurden die US-Truppen bis in die 80er Jahre darauf trainiert, jeden Teil ihrer Kleidung, der mit Nervenkampfstoffen bespritzt war, einfach wegzuschneiden, da die Schutzkleidung damals wesentlich normale, wasserdichte Uniformen war. Man kann viel davon sagen, wie unangenehm moderne Chemikalienschutzanzüge zu tragen sind, aber es könnte viel schlimmer sein.

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US-Soldaten in ihren NBC-Anzügen zur Kriegsführung vor der Operation „Desert Storm“.

Ein weiteres Beispiel dafür ist, wenn Soldaten des US Army Chemical Corps visuelle Inspektionen von Sarin-Containern, die im Freien eingelagert wurden, nur mit einer Gasmaske und in ihrer normalen Uniform durchführten. Ein weiteres Beispiel ist dieser US-Chemiewaffenwissenschaftler, der einen Tropfen von Nervenkampfstoff in einen Kaninchenkäfig schüttet. Obwohl er Handschuhe und eine Maske trägt, trägt er einen normalen Laborkittel und ein Großteil der Haut um sein Handgelenk und seinen Hals ist freigelegt. Man muss auch beobachten, wie diese chemischen Truppen mit undichten Sarin-Bomben umgehen: Obwohl sie chemische Ausrüstung zum Schutz vor Spritzgefahr tragen, sind ihre Hinterköpfe vollständig freigelegt.

Man muss auch daran denken, dass die Exposition gegenüber chemischen Stoffen nicht binär ist. Die Dosis ist wichtig. Abhängig von der Gesamtgröße, dem Alter und dem Gesundheitszustand kann die Exposition nicht ausreichend sein, um jemanden zu töten oder sogar handlungsunfähig zu machen. Wenn die Dosis klein genug ist, bemerkt man es möglicherweise nicht. Wenn man am Ort eines Angriffs ankommt und der chemische Kampfstoff nur noch geringfügig verschwunden hat, kann man eine Dosis einatmen und nicht beeinträchtigt werden oder eine so geringe Dosis einatmen, dass man die Wirkung möglicherweise erst später begreift. Dies geschah in Khan Sheikhoun, wo Ersthelfer, die am Tatort gewesen waren, ins Krankenhaus kamen und dann sich selbst behandeln lassen mussten. Dies war auch ein häufiges Ereignis während des Angriffs auf die U-Bahn in Tokio.

Angenommen, dass man ein Rebell in der Mitte von Syrien ist und einen chemischen Angriff erwartet, warum sollte man dann sicherheitshalber nicht einfach einen Anzug und eine Maske bei eBay kaufen? Einfache Antwort: Erhaltung.

Man muss beachten, dass die meisten modernen Chemikalienschutzausrüstungen eine bestimmte Haltbarkeit haben. Die Joint Service Lightweight Integrated Suit Technology (JSLIST) Anzüge werden in den USA nicht ohne Grund in vakuumversiegelten Beuteln ausgegeben. Diese Anzüge wurden so entwickelt, um sicherzustellen, dass der Benutzer beim Tragen einigermaßen bequem ist. Natürlich ist Komfort ein relativer Begriff. Es gibt sehr wenige Service-Mitarbeiter, die zufrieden sind, wenn sie ihre Anzüge anziehen müssen. Deshalb sind die Anzüge halbdurchlässig und haben ein aktiviertes Kohlefutter. Dies ist so konzipiert, dass (etwas) Luft durch den Anzug strömen kann, aber chemische Verunreinigungen im Innenfutter eingeschlossen werden. Das Problem ist, je länger ein Anzug der Außenluft ausgesetzt ist, desto mehr Umweltschadstoffe nimmt das Innenfutter auf. An einem bestimmten Punkt absorbiert die Kohle keine Stoffe mehr, was wiederum bedeutet, dass diese Stoffe einfach durchdringen und die Haut eines Soldaten erreichen.

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Piloten don Mission Oriented Protective Posture (MOPP) Schutzausrüstung im Alpena Combat Readiness Traning Center, Alpena, Michigan, während einer Übung zur chemischen Kriegsführung.

Schlimmer noch kann eine ausreichende lokale Exposition die Kohle eines bestimmten Bereichs überfordern. Es gibt einen Grund dafür, warum man nicht knien muss, wenn man einen JSLIST-Anzug trägt. Wenn man so tut und der Boden nass ist, wird die Flüssigkeit, die alle in der Umgebung befundeten Verunreinigungen trägt, bis zur Haut durchtränken. Die Kohle kann die Permeation verlangsamen, aber sie wird sie nicht stoppen.

Eine häufige Erwiderung könnte sein, mich zu fragen, welche Schutzmaßnahmen ich ergreifen würde, wenn ich mich bewusst in einer kontaminierten Umgebung befinden würde. In einer perfekten Welt würde ich gerne einen kompletten Mission Oriented Protective Posture (MOPP)-Anzug tragen. Andernfalls würde ich gerne im Tony Starks Iron Man-Anzug sein. Wenn wir dieses Spiel jedoch wirklich spielen, würde ich sagen, dass ich im Idealfall lieber sicher zu Hause auf meiner Couch wäre und jemand anderen damit umgehen lassen möchte. Ganz egal, während wir zu Hause sitzen und den syrischen Bürgerkrieg beobachten, stehen wir nicht vor dem gleichen Dilemma wie die Menschen vor Ort. Für uns wollen wir vielleicht einen kompletten Chemikalienschutzanzug. Ihnen ist es wahrscheinlich klar, dass es keine solche Möglichkeit gibt und, dass das Herumstehen während Menschen langsam sterben, keine Option ist.

Warum machen wir eine so große Sache aus chemischen Waffen, wenn Tausende durch konventionelle Waffen getötet werden?

Eine weitere häufige Betrachtung über chemische Waffen ist die Behauptung, es sei albern, sich über Chemiewaffenangriffe Sorgen zu machen, insbesondere an Orten wie Syrien, wo konventionelle Waffen so viel mehr Tote verursachen. Obwohl das an der Oberfläche einigermaßen sinnvoll zu sein scheint, wenn man sich ein bisschen mehr ins Thema vertieft, wird man feststellen, dass es viel komplizierter ist.

Die chemischen Kampfstoffe sind eine einzigartig schreckliche Form der Kriegsführung. Die PTSD-Raten für Kombattanten und Nichtkombattanten, die gleichermaßen gezwungen sind, in einer chemischen Umgebung zu kämpfen und zu überleben, sind hoch und übersteigen sogar die einer hochintensiven konventionellen Kriegsführung. Noch wird dieser Effekt von den Überlebenden auf ihre Kinder übertragen. Es ist moralisch verwerflich, absichtlich ignorante Tropen einzusetzen, um entweder die Täter zu schützen oder die Existenz von Opfern vehement zu leugnen.

Die chemischen Waffen sind tatsächlich einzigartig geeignet, um die Zivilbevölkerung anzugreifen. Selbst ein halbmodernes Militär kann seine Truppen relativ effektiv gegen chemische Waffen schützen. Sie setzen Schutzmasken und -anzüge ein, bauen Fahrzeuge mit versiegeltem Innenraum und stellen Dekontaminationsanlagen zur Verfügung, damit sich die chemisch exponierten Truppen selbst reinigen können. Dennoch ist es außerordentlich unerschwinglich, einer gesamten Zivilbevölkerung das gleiche Maß an Schutz zu bieten.

Das Wissen im Umgang mit chemischer Ausrüstung ist ebenfalls eine verderbliche Fähigkeit. Es ist viel schwieriger sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung mit Chemikalienschutzausrüstung umzugehen kennt, selbst wenn man sie dem Großteil der Bevölkerung zur Verfügung stellen könnte. Man muss bedenken, dass während des Wüstensturms (englisch Desert Storm) mehr israelische Zivilisten durch den Missbrauch ihrer eigenen Gasmasken als durch die irakischen „Scuds“ gestorben sind. Die chemische Ausrüstung ist nicht narrensicher. Dies erfordert eine Schulung des Benutzers. Es ist viel einfacher, eine Ausbildung für das Militär als für die Zivilbevölkerung zu berücksichtigen.

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Israelische Bürger trainieren regelmäßig, um jederzeit Gasmasken benutzen zu können.

Angesichts des Problems bei der Verteidigung sollte man sich eine konventionelle Waffe neben einer chemischen Waffe vorstellen. Im Allgemeinen kann man einem Zivilisten einen ähnlichen Schutz vor Bombenschäden wie einem uniformierten Kombattant bieten. Schließlich bietet eine Mauer oder ein Keller einem Kombattanten den gleichen Schutz vor Granatsplittern wie einem Zivilisten. Eine chemische Waffe bietet jedoch möglicherweise das Szenario, in dem ein Kombattant wahrscheinlich sicher durch seine Schutzmaske geschützt ist, während ein Zivilist nicht.

Natürlich hatte die Welt großes Glück, dass chemische Angriffe auf zivile Ziele relativ zurückhaltend waren. Das verdanken wir zum Teil der Norm gegen den Einsatz von Chemikalien. Wenn der Einsatz chemischer Waffen internationale Empörung riskiert, wird der Benutzer dazu angehalten, das Ausmaß so gering wie möglich zu halten. Dies wiederum trägt dazu bei, die Zahl der Todesopfer zu senken. Wenn der Einsatz chemischer Waffen normalisiert wird, steigt das Potenzial für mehr zivile Opfer dramatisch an.

Warum sollte Assad chemische Waffen einsetzen? Was hat er zu gewinnen?

Über dieses Thema habe ich bereits geschrieben, aber es ist immer noch fast unvermeidlich, dass bei jedem Bericht über einen Chemiewaffenangriff in Syrien unweigerlich gefragt wird: „Was hat Assad mit dem Einsatz chemischer Waffen zu gewinnen?“ Diese Frage wird oft nicht ehrlich gestellt. Das heißt, sie basiert auf Ignoranz sowohl über den Krieg in Syrien als auch insbesondere über chemische Waffen. Einfach ausgedrückt, sind chemische Waffen ein nützliches Werkzeug für das syrische Regime.

Nach allem, worüber wir bisher gesprochen haben, sollte dies kein allzu überraschender Vorschlag sein. Aufständische und ihre Bevölkerung können sich nicht annähernd so gut vor Chemiewaffen schützen wie konventionelle Bomben. Genauer gesagt, der reine Terrorfaktor chemischer Angriffe hat seinen eigenen Nutzen. Die Opponenten der Aufständischen versuchen, ihre Gegner zu besiegen, indem sie sie von der Bevölkerung trennen. Aufständische verlieren dabei ihre notwendige Stützbasis und es wird ihnen die natürliche Tarnung vorenthalten, die sie sich in Ballungszentren eingliedern können. Das Assad-Regime hat willkürliche Angriffe auf zivile Bevölkerungszentren eingesetzt, von Streumunition bis hin zu Fassbomben, um einen solchen Bevölkerungsabfluss zu verhindern.

Gefährliche Chemikalien, die zur Herstellung von chemischen Waffen verwendet werden.

Idlib, das letzte verbleibende Gebiet außerhalb der Kontrolle des syrischen Regimes, beweist tatsächlich, wie gut dies funktioniert. Die bloße Zahl von Flüchtlingen, die sich nach Idlib gedrängt haben, stammt wiederum aus anderen Gebieten, die ähnlichen willkürlichen Angriffen auf die Bevölkerung ausgesetzt wurden. Verteidiger des Regimes werden oft darauf hinweisen, dass Zivilisten, die aus diesen Gebieten flohen, Hilfe bei ihrer Evakuierung durch die Versorgung mit Bussen bekamen. Aber der ganze Sinn dieser Luftangriffe bestand darin, solche Verlegungen attraktiv erscheinen zu lassen, um die letzten Quellen der Rebellenunterstützung zu entleeren. Kleine chemische Angriffe erfüllen also trotz ihrer relativ geringen Totenzahl einen wichtigen Zweck.

Schließlich zeigt dieser Mythos auch eine echte Ignoranz der Dynamik des syrischen Konflikts. Für die meisten westlichen politischen Zuhörer gab es nur ein paar chemische Angriffe. Es gab den Angriff von Ghouta im Jahr 2013, der dazu führte, dass das syrische Regime zynisch dem CWÜ beitrat, während es wesentlich seine Chemiekampagne fortsetzte, den Angriff auf Khan Sheikhoun im Jahr 2017 und den Angriff auf Douma im Jahr 2018. Diese letzten beiden Angriffe führten zu Vergeltungsschlägen der USA und ihre Verbündeten. Tatsächlich gab es seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien mindestens 50 chemische Angriffe. Andere Open-Source-Forscher haben über 250 Angriffe identifiziert. Chemische Angriffe in Syrien sind keine einmaligen Fälle, die Verschwörungstheoretiker gerne vorgeben.

Abschluss

Trotz des Chemiewaffenübereinkommens wird sich die Welt wahrscheinlich in absehbarer Zeit mit chemischen Waffen auseinandersetzen müssen. Mehrere Länder wie Ägypten, Israel und Nordkorea bleiben außerhalb des Übereinkommens. Darüber hinaus stellen Unterzeichner wie Syrien weiterhin ihre Verpflichtungen aus der Konvention zur Schau. Zudem scheint es angesichts der Ereignisse in den Nachrichten, dass chemische Waffen auch auf niedrigem Niveau eine attraktive Option für staatliche Akteure bleiben.

Trotzdem ist die internationale Norm gegen chemische Waffen wichtig. Je stärker diese Norm ist, desto schwieriger ist es für die Staaten, mit dem Einsatz von chemischen Waffen durchzukommen. Das bedeutet, dass sie auf sie jemals vollständig verzichten werden oder, dass sie gezwungen sein werden, den Umfang ihres Einsatzes einzuschränken. Es gibt zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel „Restoring Restraint“ von CSIS, die nach Wegen suchen, diese Normen weiter zu stärken. Aber um dies zu erreichen, muss die breite Öffentlichkeit verstehen, was chemische Waffen sind, was nicht und was sie tun können und was nicht. Ausbildung ist mit anderen Worten von entscheidender Bedeutung. Hoffentlich kann dieser kurze Erklärer eine Rolle in diesem Prozess spielen.

Luke J. O’Brien ist Analytiker und Militärhistoriker, ein CSIS-Projekt für Nuclear Issues Mid-Career Cadre und Redakteur bei War on the Rocks. Er ist auch Offizier in der US Army Reserve und als solcher hat er seine eigenen Ansichten, die nicht der der Armee, des Verteidigungsministeriums oder der Regierung der Vereinigten Staaten entsprechen. Er ist auf Twitter als @luke_j_obrien zu finden.

Kommen Sie in Kontakt mit dem Herausgeber von The War Zone: Tyler@thedrive.com.

[1] Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen.

[2] Vollständige Bezeichnung Übereinkommen über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermäßige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können.

Republicaton from : https://www.thedrive.com/the-war-zone/24446/a-down-and-dirty-guide-to-the-truths-and-myths-surrounding-chemical-weapons

Übersetzt für Fire.gr, Fotini Louvrou

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